Die Geheimzutat für besseren S*x

Teil 2 von "Der Körper - Das Wunder"

Im letzten Beitrag ging es um den Körper und seine Wahrnehmungsfähigkeit. Was hat nun die eigene Körperwahrnehmung mit dem eigenen Sexleben zu tun? Müssen wir uns nicht einfach etwas besser aufklären und mehr verstehen? Dann läuft es doch! Jein.


Aufklärung ist der erste Schritt in eine selbstbestimmte Sexualität. Unterscheiden können über Wahrheiten und Mythen ist essentiell und wie wir über unsere Sexualität denken ist ebenfalls von großer Bedeutung. Doch ich kann euch, liebe Leser*innenschaft, noch so viel erläutern und aufzeigen, irgendwann muss es in den Körper kommen und spürbar werden. Im Körper finden wir die Basis, die Erfahrung, das VERKÖRPERTE Wissen. Und meist muss ich dann gar nicht mehr so viel kognitiv erklären, weil es spürbar wurde, weil es plötzlich eine Selbst-verständlichkeit bekommt.

Den eigenen Körper spüren - das ist es, unsere Geheimzutat für guten Sex. Es gäbe von meiner Perspektive aus nun zigtausende Beispiele warum Wahrnehmung so wichtig ist. Ich möchte mit einem sehr einleuchtenden beginnen.

Herauszufinden, was man mag, ist Key in der eigenen Sexualität.

Welche Arten von Berührung und wo, welche Stellungen finde ich spitze, worauf achte ich, was ist mir egal, was sind meine "Must haves"? Versuche dein „Normal“ zu erkunden und herauszufinden, worauf du stehst. Und das geht nunmal nur mit deiner Wahrnehmung. Erst dann weißt du, wo du stehst. Sex kann etwas sein, das viel erlaubt, spielerisch ist und dir viel Freiheit lässt. Es kann auch etwas sein, das sehr eng ist, das immer genau so sein muss, sonst geht „es“ nicht (...das ist übrigens überhaupt kein Problem, Sexualität lässt sich erweitern).

Hierfür brauchst du deine Wahrnehmung in erster Linie. Doch ich will noch an einem konkreten Beispiel zeigen, was Wahrnehmung für deine Sexualität bedeutet.


Ganz oft ist in der Sexualität das Schönste der Orgasmus. Für viele ist es das absolute Ziel. Feuerwerk für ein paar Sekunden, babum. Und es ist ja auch eine wunderschöne, kribbelnde, manchmal atemberaubende Erfahrung. Doch was, wenn sich der Orgasmus nicht einstellt? Denn befehlen lässt er sich nicht - wer das schon ausprobiert hat, kann mir hier zustimmen. Kann also Sexualität abgesehen vom Höhepunkt noch eine spannende, aufregende, lustvolle, erotische Erfahrung sein?


Hier kommt die eigene Körperwahrnehmung ins Spiel. Denn oft ist der Orgasmus das einzig Schöne, weil er in der eigenen Wahrnehmung das einzig Intensive und damit Spürbare ist. Natürlich dreht sich dann alles vorerst darum. Daher die Frage: Wie kann Sexualität davor und danach auch interessant und lustvoll sein? Antwort: Je genauer und präziser du deine Erregung, deine Lust wachsen spüren kannst, desto mehr hast du auch von den Momenten rundherum. Denn dann ist es ein Beobachten, wie sich Spannung aufbaut, ein Fühlen, wie sich dein Becken bewegen mag, ein Loslassen in der Entspannung.

Je mehr du deinen Körper bewohnst, desto spannender werden Berührungen, Bewegungen, Atmung etc. Wahrnehmung ist zwar da, aber sie kann abstumpfen und sie kann geschärft werden. Aus der Hirnforschung weiß man, dass die Stellen deines Körpers, die oft in den Genuss einer Berührung kommen, imGehirn weit aus größer abgebildet und genauer „abgezeichnet“ sind, als der restliche, wenig berührte Körper. Häufige Berührung schafft genauere Wahrnehmung. Hierbei kannst du variieren, denn es soll für deinen Körper so abwechslungsreich und spielerisch wie möglich sein. So kann auch der Weg zum Ziel abwechslungsreich und spielerisch sein. Und meist, wenn man so in den Weg versunken ist, vergisst man das Ziel etwas und gerade dann, kommt doch der Höhepunkt am liebsten.


Anderes Beispiel, selbes Thema. Menschen mit Penis, die über wenig Spüren bei der Penetration klagen, können sich intensiver mit ihrer Wahrnehmungsfähigkeit im Genitalbereich beschäftigen. Etwas, das sich auch hier gut verändern lässt in passender Begleitung.


Mit weniger gut trainierter Spürfähigkeit stellen viele fest, dass da gar nichts ist, wenn sie Neues ausprobieren. Es ist nicht aufregend, spannend, kribbelnd. Und das macht auch total Sinn, denn der Körper kennt es noch nicht und darf erst beginnen, diese Erlebnisse einzuordnen. Oft beginnt der Weg des Spüren mit der Erfahrung von Taubheit oder auch Neutralität. Das ist ganz normal, das gehört dazu. Das bedeutet nur: Werde genauer & dran bleiben. Lerne genaueres Spüren. Es wird sich verändern, denn dein Körper kann nicht anders, als zu lernen.


Sending love,


Katharina




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